Wenn die Empörung nachläßt, bitte noch mal genau lesen. Man wird erkennen, daß nirgendwo steht, daß es Verglasung nicht gibt, oder der Verfasser des Beitrags #10 spinnt.
Sollte sich jemand beleidigt fühlen (müssen), tue ich hiermit feierlich Abbitte.
Also, Winterschlaf dann wie Beischlaf, bei dem ja bekanntlich alles passiert, außer schlafen…? ;-)) Viel Spass dabei!
Bei der Restauration eines Vehikels gibt es ja auch ruhige Phasen, dabei kann man darüber nachdenken, ob/wie das Laufspiel einer i.O. Kurbelwelle (max hunderstel mm) der Dichtlippe einer Wellendichtung an den Kragen gehen kann. Dabei nicht vergessen, daß diese Lippe mit einer konstruktiv genau definierten Vorspannung anliegt. Das Ausmaß möglicher Verwüstungen durch plätten oder verhärten relativiert sich dann sogleich.
Die verglasten (man sagt eigentlich verlackt) Kolben/Ringe der unglücklichen Aprilia sind keine Standschäden, sondern Folge ungewöhnlicher Kraft/Schmierstoffe, die vor längerem Stillstand durch konventionelle ersetzt werden müssen. "Länger" können durchaus "nur" 14 Tage sein, es kommt auf die Chemie an. Ich rate mal, daß Rizinusöl und/oder Kraftstoffzusätze im Spiel waren? Bei Bikes immer wieder gerne genommen.
Nicht alles, was in Meilenwerken so gemurmelt wird, soll man ernst nehmen. Richtige Schrauber treiben sich bei Schickimicki nur selten rum…
Ich wünsche Erfolg und Freude beim Beischlaf mit dem 600, er ist jede Mühe wert.
Verschleiss tritt in modernen Ottos nur im Kaltlauf auf!
Das ist aber eine "gewagte Aussage" , die hatte ich hier vor wenigen Wochen auch geäussert, da hier jemand ist, der meint er tut seinem Auto was gutes , indem er den Kaltlauf verlängert und die Kiste erst einmal im Stand regelmässig schön langsam warm laufen lässt. Mit Hinweis auf andersthemige Diplomarbeiten kamen dann jede Menge Experten zu Tage , die das nicht glauben wollten.
Nun schreibst du ja das Gleiche wie ich geschrieben hatte, wie kommst du denn dann zu dieser "kühnen Aussage" , die ja hier bisher noch niemanden aufgefallen ist, da ja die wortreichen Anzweifelungen ausgeblieben sind.
Im übrigen Teile ich die Ansicht, dass Nockenwellenlagerschaden oder sowas wie verglste Kolbenringe Standschäden sind, eher Schäden durch unsachgemässe Lagerung , wenn sie überhaupt was mit der Standzeit zu tun haben und nicht andere Zufalls-Ursachen haben.
Steffo_SL600 schrieb:Ich mach dann mal ein paar Monate Winterschlaf und melde mich mit Bildern von meinem komplett überarbeiteten SL wieder. Oder auch nicht, mal sehen.
MfG, Steffen.
Huhu Steffo,
dann vergiss nicht die "Super-Kiste" neu zu lackieren...
Wenn man von Ausreißern wie Material- oder Bearbeitungsmängeln absieht, hat ein moderner Otto mit i.O. Schmierung und Kühlung auch unter Vollast eine hohe mechanische Lebensdauer. Wenn Schäden auftreten, ist durchweg die Peripherie – namentlich die Gemischaufbereitung – verantwortlich. Die Folge sind dann oft thermisch bedingte Kolben und/oder Ventilschäden. Bei unseren Motoren sind nicht selten marode Kabelbäume die eigentliche Ursache.
Verschleiß tritt nur in der Kalt- und Warmlaufphase auf. Das liegt zum größten Teil an der dabei vorherrschenden Mangelschmierung durch Ölverdünnung. Besonders gut erkennbar an der Position des Verdichtungsringes bei OT. Wer mal ein zweitaktendes Moped hatte, kennt die berühmte Kante bei OT, weil so ein armes gemischgeschmiertes Nähmaschinenmotörchen immer Mangelschmierung hat. Beim 4Takt Otto ist es erst mal der Kaltlauf, und lange danach kommt erst die Folge der sehr geringen Klobengeschwindigkeit bei OT, die es nicht erlaubt, einen Schmierkeil aufzubauen. So einfach ist das – mit modernen Ölen und Werkstoffen. Das war noch bis in die 70er anders…
Ähnliches gilt für die Steuerung, auch hier gibt es im Warmlauf prinzipbedingt (hohe Flächenpressung usw.) Schmierprobleme, die erst betriebswarm (fast) verschwinden. Moderne Öle lindern das dramatisch, andernfalls würden es unsere aufwendigen Ventiltriebe (außer im M103) nicht lange machen.
Ein Sonderfall sind die berühmten Ketten und ihre Führungen. Der Kunststoff da dran altert unter ungünstigen Bedingungen (Temperatur, Ölchemie) relativ schnell, besonders bei durch häufigen Kaltlauf versautem Öl, das nagt sogar an der Kette. Mit Ölwechsel aber gut beherrschbar. Bei hoher thermischer Last wirklich wichtig. Warm wird es nicht nur wegen der Last, oft sind schlechte Kühlung durch Fliegengräber in den Kühlernetzen, schlappe Wapus (Kavitation), müde Viskokupplungen usw. die eigentliche Ursache.
In unseren Motoren sind die Lagerungen der KW und Pleuel so sorgfältig dimensioniert und gefertigt, daß Schäden praktisch nur durch Versagen der Schmierung entstehen, meist sind Fremdkörper in Ölkanälen die Ursache.
Wenn man nun so einen Motor "rumstehen" läßt, macht ihm das gar nix (wenn das Öl nicht versaut ist), und undicht wird er auch nicht. Dichtungen geht es vorwiegend durch Temperaturwechsel (und Chemie) an den Kragen, weil da durch die Materialausdehnung Relativbewegungen unvermeidlich sind, und so was gibt es beim rumstehen nicht. Die Mär vom durch lange Standzeit trockenen Lager kann man bei den hier geltenden Zeiten im dazu passenden Buch aufbewahren.
Gratulation und viel Spass mit dem Neuen :daumenh:. Meiner hatte zwar 5000 Meilen mehr auf dem Buckel und ist ein 2000er, trotzdem hatte er keine Standschäden und knochentrocken ist er bis zum heutigen Tag, allen Unkenrufen zum Trotz - aber an solchen Diskussionen beteilige ich mich schon lange nicht mehr .